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Franz Rudoph Wurlitzer, geboren 1801, in Schöneck, Sachsen, wanderte 1833 in die USA aus. Dort gründete er 1861 seine erste Firma zum Vertrieb von Musikinstrumenten. Aus der Ehe mit der Elsässerin Leony Farny (1842 – 1931), gingen sechs Kinder hervor. Eines von ihnen erhielt den Namen Farny Reginald Wurlitzer. Geboren wurde Farny am 7. Dezember 1883 in Cincinnati, Ohio.

 

Im Jahre 1904 tritt er in die Firma des Vaters ein, die er 1908 übernimmt. Etwa um diese Zeit lernt Farny auch den genialen Erfinder und Orgelbauer Robert Hope-Jones kennen.

 

 

 

 

Farny Wurlitzer (1883 - 1972)Farny Wurlitzer (1883 - 1972)

 

 

 

Robert Hope-Jones, wurde am 9. Februar 1859 im britischen Ceshire geboren. Schon in jungen Jahren erlernt er das Orgelspiel, war aber noch mehr an der gerade aufkommenden Elektrotechnik interessiert. Zunächst lernt er, den Blick auf den Bruder gerichtet, in einer Telefongesellschaft die Grundlagen dieser Innovationen, ehe er sich der Orgel zuwendet. Es ist bislang nicht zu ermitteln, wo er den Orgelbau lernte. 1892 gründete er die "Hope-Jones Electric Organ Company" in Birkenhead, wo er sich seinen Erfindungen ganz hingeben konnte. Neben den Schöpfungen einer elektro-pneumatischen Traktur erfand er die damit in Zusammenhang stehende Multiplexlade und diverse neue Register, darunter das Diaphon und die Tibia clausa. Herausragend war die Umgestaltung der Orgel in St. John's Birkenhead, 1889. Hier stellte er den ersten mobilen Spieltisch vor, dessen Kabel bis vor die Türen der Kirche reichten und so die Orgel im Inneren von draußen gespielt werden konnte. 1908 erstellte er die letzte Orgel in der First Universalist Church in Rochester, Großbritannien, die heute noch im Originalzustand zu begutachten ist. Anerkennung verwehrte man im vielfach, zurückführend, das Innovationen und Orgel auch heute noch sehr kritisch betrachtet werden. Hoffend auf eine aufgeschlossenere Kundschaft, wanderte auch er in die USA aus und gründete dort die Hope-Jones Organ Company.

 

 

Robert Hope - Jones
(1859 - 1914)Robert Hope - Jones (1859 - 1914)

 

Hier lernten sich Farny Wurlitzer und Robert Hope-Jones kennen. Wurlitzer war über den Klang der Register, die Hope-Jones erfunden hatte, so erstaunt, dass er eine Zusammenarbeit mit Hope-Jones anstrebte. Hope-Jones kam aber auch in den USA mit seiner Firma alsbald in die roten Zahlen. Farny Wurlitzer erklärte dies in einem Vortrag wie folgt:

Sinngemäße Abschrift: Hope-Jones war ein Perfektionist, der niemals mit dem zufrieden war, was er geschaffen hatte. Dadurch hinterließ er auch bei den Interessenten einen falschen Eindruck, so dass diese lieber Abstand nahmen.

Farny Wurlitzer berät sich sodann mit seinem Vater und 1910 macht er Hope-Jones das Angebot, seine Organ Company aufzukaufen und fortan gemeinsam an Orgelinnovationen zu arbeiten. Als Hope-Jones zunächst nicht einwilligt, überzeugt Wurlitzer ihn mit folgendem Satz: „Bei uns können sie Orgeln bauen, und zwar jedesmal eine andere neue, eben genau das tun, was sie ja eigentlich wollen!“ Der 51-Jährige willigt ein und schon am 14. Oktober 1911 verlässt die erste Hope-Jones Orgel das Haus Wurlitzer. Farny Wurlitzer hatte längst die Stummfilm-Szene ins Auge gefasst. Die ersten Orgeln waren für Hotels erstellt worden. Im zweiten Stock eines Anwesens gab es einen großen Saal. Auf der Gallerie rund herum befanden sich Küche, Bäder und Schlafräume. Bei der Begutachtung durch Farny Wurlitzer kam diesem die Idee, das Pfeifenwerk des bestellten Instrumentes in zwei der Schlafräume unterzubringen. Hier entstand die Bezeichnung „Kammer“ (Chamber) für die Werke der künftigen Theaterorgel. Das Instrument war so kraftvoll, dass es selbst in der entfernten Küche noch das Inventar in den Regalen zum vibrieren verhalf!

Diese Orgel, eine dreimanualige mit 10 Registern, fand schnell Anerkennung, und so begab es sich, dass Wurlitzer diese Gattung für die Stummfilmbranche anbot, so auch der „Paramount Pictures“, die schon einige Häuser unterhielt.

 

Als 1912 die erste Orgel in einem Paramount – Kino erstellt wurde, folgte sogleich eine Auftragsflut. Paramount Pictures bestellte kurzerhand für fast alle Lichtspieltheater unter ihrer Leitung eine „Wurlitzer Hope-Jones Unti Orchestra, wie sich die Theatre Organ zunächst patentiert nannte.

 

 

Cort Theatre Opus 20 (1912)Cort Theatre Opus 20 (1912)

 

Nicht ohne Schwierigkeiten wurden die Installationen nach und nach in der neuen Werkstatt in North Tonowanda, NY, gebaut. Vielfach spielte die Technik noch nicht das Spiel, welches sich Hope-Jones und Wurlitzer erhofften. Aber auch Robert Hope-Jones war mit der Problematik verknüpft: Orgeln die eigentlich zur Auslieferung fertig waren, hielt er zurück, um hier und da noch an neuen Ideen herumzubasteln, bis Farny Wurlitzer und dessen nun mit im Geschäft tätiger Bruder Howard, der Geduldsfaden riss. Robert Hope-Jones war vertraglich an die Wurlitzer Company gebunden und Wurlitzer verkaufte die Orgel unter dem Namen „Hope-Jones Unit Orchestra“ (Ein-Mann-Orchester). Hope Jones fühlte sich in dem Dilemma nicht ohne Aufgabe seiner Erfindung einen Neuanfang herstellen zu können, mehr und mehr gefangen und schied am 13. September 1914 freiwillig aus dem Leben. Der Aufbau der Opus 42, im CRESCENT Theatre in Brooklyn war Hope-Jones letzter Akt.

Ein großes Problem im Hinblick darauf waren auch die Liefertermine. Die Orgeln sollten jeweils zum Tag der Theatereröffnung spielfertig sein. Durch Hope-Jones´s Tüfteleien war man oftmals gezwungen, mitunter bis zu 30 Stunden am Stück zu arbeiten, um die Orgeln rechtzeitig präsentieren zu können.

Ab der Opus-Nummer 43, eine Aufrüstung einer bereits als Opus 23 ausgelieferten Orgel, musste das Geschäft nun ohne seinen genialen Erfinder auskommen.

 

Fortsetzung folgt.....

 

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